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Jede siebte Schwangere in Deutschland ist zuckerkrank

Viele Schwangere können Zuckerstoffe (Kohlenhydrate) nur verzögert verwerten und weisen deshalb erhöhte Blutzuckerwerte auf. Erfahren Sie hier, was werdende Mütter bei einem Schwangerschaft-Diabetes beachten müssen.

Darmkrebs früh erkennen: Krankenkasse zahlt Früherkennungsuntersuchung

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sind ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge.

Hanta-Viren - gefährlich für die Schwangere, nicht für das Baby

Bis Juni 2017 wurden zehnmal mehr Erkrankungen durch das Hanta-Virus gemeldet als im ganzen Vorjahr. Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft sollten die typischen Infektionswege vermeiden.

Verhütungsberatung

Die Verhütungsberatung ist eine der häufigsten Aufgaben in der gynäkologischen Praxis. Auch wenn Verhütung eigentlich eine Sache des Paares ist, sind es im Regelfall doch die Frauen, die die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Methode der Empfängnisverhütung treffen. Die Pille für den Mann gibt es (noch?) nicht.

Da es die für jeden "beste Verhütung" nicht gibt, muss in einem ausführlichen Beratungsgespräch die Methode gefunden werden, die bezüglich Sicherheit, Verträglichkeit und Komfort individuell am besten "passt".

Pearl-Index

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl eines Verhütungsmitteln ist die Angabe über dessen Sicherheit. Diese wird allgemein über den Pearl-Index angegeben. Diese Zahl gibt an, wieviele Schwangerschaften entstehen, wenn 100 Frauen eine bestimmete Verhütungsmethode über ein Jahr anwenden. So bedeutet ein Pearl-Index von 0,5, das nach einem Jahr mit einem bestimmeten Verhütungsmittel im Durchschnitt  eine von 200 Frauen trotz dieser Verhütung schwanger sein wird.

 

 


Übersicht der Verhütungsmittel

Der folgende Text gibt eine  Übersicht über die gängisten Verhütungsmethoden. Es erfolgt eine kurze Beschreibung der Wirkungsart, von Vor- und Nachteilen, sowie die Angabe der Verhütungssicherheit. Ausführlichere Informationsbroschüren liegen in der Praxis bereit.

Achtung:

Allgemeine Informationen sind sicher sinnvoll zur Vorbereitung eines Beratungsgesprächs, können dies jedoch niemals ersetzen!

 

 

 

kombinierte Antibabypille

Wirkungsweise:

Die wichtigste Eigenschaft der Antibabypille ist die Störung der körpereigenen Hormone, die die Eierstöcke zu Eireifung und Eisprung anregen. Durch diese Störung wird der Eisprung sicher verhindert, somit kann es nicht zu Befruchtung und Schwangerschaft kommen.

Eine weitere Eigenschaft ist die Störung der Transportfunktion des Eileiters durch die Gelbkörperhormone, die Veränderung des Gebärmutterhalsschleims, sowie die Verhinderung des Schleimhautaufbaus in der Gebärmutterhöhle.

Die hohe Sicherheit der Antibabypille beruht auf der Kombination der verhütend wirksamen Eigenschaften.

 

Vorteil:

hohe Sicherheit, meist sehr gute Verträglichkeit, sicher planbare Monatsblutung, häufig Zusatznutzen wie Verbesserung der Haut, Abschwächung von Regelschmerz, Abschwächung von regelabhängigem Brustschmerz.

 

Nachteil:

Sicher nur bei regelmäßiger Einnahme, kein ausreichender Schutz bei gleichzeitiger Antibiotika-Therapie oder Durchfallerkrankung. Seltene, aber schwerwiegende Risiken durch Erhöhung des Thrombose und Herzinfarkt-Risikos (bedeutsam bei Risikogruppen)

 

Sicherheit:

Pearl-Index 0,1-0,9 bei korrekter Anwendung

 

 

 

Verhütungsring

Wirkungsweise:

Die Wirkstoffe entsprechen denen der normalen Antibabypille, somit ist die Wirkungsweise identisch. Der Hormongehalt ist bei gleicher Verhütungssicherheit etwas geringer.

 

Vorteil:

Wie Antibabypille, zudem höhere Sicherheit, da keine Pille vergessen werden kann.

 

Nachteil:

Wie Antibabypille, zudem selten Beschwerden durch Fremdkörper, hoher Preis.

 

Sicherheit:

Pearl-Index 0,65

 

3-Monatsspritze

Wirkungsweise:

Alle 3 Monate wird eine hohe Dosis eines Gelbkörperhormons in den Muskel oder unter die Haut gespritzt, die für kontinuierliche Wirkspiegel über mindestens 3 Monate ausreicht. Ähnlich wie die Hormonspirale (s.u.) verhindert das Gelbkörperhormon an der Gebärmutterschleimhaut, im Gebärmutterhals und im Eileiter durch Störung der jeweiligen Funktion eine Schwangerschaft. Durch die um ein vielfaches höhere Dosierung im Vergleich zur Hormonspirale wird zusätzlich die Eireifung und der Eisprung verhindert. Durch die Kombination der Wirkmechanismen wird eine hohe Verhütungssicherheit erzielt.

 

Vorteil:

Bequeme Verhütung, keine Gefahr durch vergessene Einnahme, oft Ausbleiben der Monatsblutung, kein erhöhtes Thrombose-Risiko, besonders bedeutsam bei Risikopatienten.

 

Nachteil:

Häufig zu Beginn Blutungsstörungen, gelegentlich Dauerblutung, keine Möglichkeit, die Wirkung zu beenden, gelegentlich Hautunreinheiten, Gewichtszunahme, regelmäßig deutlicher Verlust an Knochenmasse durch Östrogenmangel ( bedeutsam bei sehr jungen Frauen, sowie kurz vor den Wechseljahren), häufig stark verzögerter Eintritt der Eireifung nach Absetzen wg. Kinderwunsch.

-> Wegen gravierender Nebenwirkungen ausschließlich Mittel der zweiten Wahl (Herstellerangabe)!

 

Sicherheit:

Pearl-Index 0,3-1,4

 

 

Gestagen-Pille

Wirkungsart

Ähnlich wie bei der 3-Monatsspritze erfolgt die Verhütung bei der Gestagen-Pille über verschiedene Mechanismen. Es erfolgt einerseit die Verhinderung des Eisprungs, andererseits eine Verhinderung der Befruchtung durch Veränderung des Gebärmutterhalsschleims, sowieeine Störung von Eitransport im Eileiter und Einnistung durch Verhinderung eines Schleimhautaufbaus in der Gebärmutter. Durch tägliche Einnahme des Präparates( ohne Einnhamepause wie bei der normalen Pille!) wird eine sehr hohe Sicherheit bei geringeren Hormonspiegeln erreicht.

 

Vorteil:

Da östrogenfrei auch geeignet für Frauen, die keine "normale" Pille nehmen sollten ( Frauen in der Stillzeit, starke Raucher etc). Durch geringere Wirkspiegel im Vergleich zur 3-Monatsspritze keine Nachteile für die Knochen, keine Nachteile bzgl. Fruchtbarkeit. Bei Unverträglichkeit jederzeit absetzbar.

 

Nachteil:

Durch die kontinuierliche Einnahme keine sichere Planbarkeit der Monatsblutung. Insbesondere in den ersten Zyklen häufig ( ca. 30%) Blutungsstörungen wie verlängerte Blutungen, Zwischenblutungen. Gelegentlich Brustspannen, Gewichtszunahme, Hautunreinheiten.

 

Sicherheit:

Pearl-Index 0,14

 


Kupfer-Spirale

Wirkungsweise:

Die Kupferspirale ist ein T-förmiger Kunststoffkörper, dessen senkrechter Steg durch einen feinen Kupferdraht umwickelt ist, die waagerechten "Arme" dienen zur Fixierung in der Gebärmutterhöhle. Die Kupferspirale wird vom Frauenarzt eingesetzt, idealerweise während der Monatsblutung und muss ca. alle 3 Jahre gewechselt werden. Die verhütende Wirksamkeit beruht auf den freigesetzen Kupfer-Partikeln, die eine spermienabtötende Wirkung haben und die Einnistung der Eizelle durch Störung der Gebärmutterschleimhaut verhindern

 

Vorteil:

Relativ sichere Verhütung, an die man nicht denken muss. Keine hormonabhängigen Risiken/ Nebenwirkungen möglich. Günstiger Preis.


Nachteil:

Einsetzen manchmal schmerzhaft. Häufig -insbesondere in den ersten Zyklen- verstärkte Monatsblutung, mehr Regelschmerzen. Leicht erhöhtes Risiko für Gebärmutter/Eiterstock-Entzündung.


Pearl-Index:

0,9-3

 

 

Hormon-Spirale

Wirkungsweise:

Die Größe und Form einer Hormonspirale entspricht der Kupferspirale. Die empfängnisverhütende Wirkung beruht hier jedoch auf der kontinuierlichen Freisetzung eines Gelbkörperhormonsaus einem Depot im Schaft der Spirale in der Gebärmutterhöhle. Durch Veränderung des Gebärmutterhalssekretes, der Eileiterbeweglichkeit und durch Unterdrückung des Schleimhautaufbaus in der Gebärmutter resultiert eine hohe Verhütungssicherheit. Ein Nebeneffekt ist die im Regelfall deutliche Reduktion der Blutungsstärke, sowie von Regelschmerzen. Die Funktion der Eierstöcke wird aufgrund der niedrigen Hormon-Dosis ( ca. 10% der Gelbkörperhormondosis der Mikropille, keine Östrogene) nicht gestört.

 

Vorteil:

Sehr sichere Verhütung, an die man nicht denken muss. Wechsel erst nach 5 Jahren notwendig. Gute Wirksamkeit bei starken oder schmerzhaften Monatsblutungen. Auch geeignet für Riskopatienten, die keine normale Pille nehmen sollten.

 

Nachteil:

Einsetzen manchmal schmerzhaft. Häufig  zu Beginn Blutungsstörungen (schwache Blutung, jedoch oft verlängert), sehr selten Nebenwirkungen der Hormone. Häufig vollständiges Ausbleiben der Monatsblutung (wird von vielen Frauen jedoch als Vorteil gesehen)

 

Sicherheit:

Peral-Index 0,16

 

 

 

Kondom

Wirkungsweise:

Das Kondom zählt zu den mechanischen Verhütungsmitteln und verhindert den Kontakt des männlichen Spermas mit den weiblichen Geschlechtsorganen. Es muß unmittelbar vor dem Verkehr über den steifen Penis gerollt werden.

 

Vorteil:

Abgesehen von seltenen Allergien keine Nebenwirkungen möglich. Einziges Verhütungsmittel, welches neben der Empfängnisverhütung auch einen Schutz vor Geschlechtskrankheiten bietet (HIV, Chlamydien etc.).

=> als Zusatzmaßnahme dringend zu empfehlen bei sehr jungen Frauen und wechselnden Sexual-Partnern!

 

Nachteil:

Die Anwendung während des Liebesspiels wird häufig als störend empfunden. Durch häufige Anwendungsfehler mäßige Sicherheit bei alleiniger Anwendung zur Empfängnisverhütung.

 

Sicherheit:

Pearl-Index 2-12