Aktuelles

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ganzjährig erreichbar, anonym und kostenlos

Das Hilfetelefon berät zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige oder andere Menschen an das Hilfetelefon wenden.

Junge Frauen können und sollten sich auf Chlamydien-Infektion testen lassen

Für Frauen unter 25 Jahren wird ein jährlicher Test auf Chlamydien, der häufigsten sexuell übertragenen Geschlechtserkrankung, angeboten.

Muttermilch ist die beste Nahrung für nahezu alle Säuglinge

Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten ist für die Mehrzahl der Säuglinge die physiologische Ernährung und mit vielen Vorteilen für Mutter und Kind verbunden.

Toxoplasmose-Screening in der Schwangerschaft

Toxoplasmose ist eine Erkrankung, die durch den Erreger "Toxoplasma gondii"  übertragen wird. Dies erfolgt in erster Linie über den Genuss von nicht vollständig  durchgegartem Fleisch, über den Kontakt mit Katzen, insbesondere deren  Ausscheidungen, sowie durch Verzehr von nicht sorgfältig gewaschenem Salat oder Gemüse.

 

Diese für Nichtschwangere harmlose Erkrankung äußert sich in grippeähnlichen  Beschwerden, teils mit Fieber und Lymphknotenschwellung. In der Bundesrepublik  Deutschland haben ca. 40-50 % der Fauen im gebährfähigen Alter diese  Erkrankung unbemerkt durchgemacht.  Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft jedoch können schwere Missbildungen mit Gehirnschäden und Erblindung beim Ungeborenen entstehen.

 

Über einen einfachen Bluttest lässt sich erkennen, ob bereits eine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht wurde. Wenn sich bei Ihnen ergibt, dass Sie bisher keine  Toxoplasmose-Infektion durchgemacht haben und somit ihr Ungeborenes nicht geschützt ist, empfehle ich gemäß Richtlinien der WHO (Weltgesundheitsorganisation) regelmäßige Kontrolluntersuchungen im Abstand von jeweils 8 Wochen,  damit gegebenenfalls eine akute Infektion behandelt werden kann, um somit Schädigungen ihres Kindes zu vermeiden.

 

Auch das Toxoplasmose-Screening ist Deutschland -im Gegensatz zu vielen europäischen Nachbarländern- kein Bestandteil der allgemeinen Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen, somit wird diese Untersuchung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Wenn Sie es wünschen, kann ich Ihnen diese sinnvolle Untersuchung anbieten, bin  jedoch verpflichtet, Ihnen diese Untersuchung nach der Gebührenordnung für Ärzte in Rechnung zu stellen.

 

B-Streptokokken-Infektion

In den ersten Tagen nach der Geburt -meist innerhalb der ersten 20 Stunden-

kann das Neugeborene an einer Infektion mit sogenannten "Streptokokken der

Gruppe B" schwer erkranken; gefürchtet sind insbesondere die lebensbedrohlichen

Hirnhautentzündungen. Aus diesem Grund empfiehlt die DGGG ( Deutsche Gesell-

schaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) die generelle Durchführung vorbeugender

Maßnahmen.

 

Was sind "B-Streptokokken"?

B-Streptokokken sind Bakterien, die sehr häufig - bei ca. 20% aller Frauen- in

der Scheide oder im Darm vorkommen. Im Regelfall führt eine Besiedlung mit

diesen Bakterien nicht zu Krankheitszeichen, somit ist dieser Erreger bei einer

normalen Untersuchung nicht erkennbar

 

Wie häufig sind Neugeborenen-Infektionen mit "B-Streptokokken''?

Man geht davon aus, dass von 1000 Geburten bis zu 5 Kinder an einer "B-Strepto

kokken"-Infektion erkranken. Wird die Infektion schnell erkannt und konsequent

behandelt, können die Kinder meist geheilt werden; trotzdem sterben ca 4% der

erkrankten Kinder an den Folgen der Infektion.

 

Wie kann eine Infektion meines Kindes verhindert werden?

Gemäß den Leitlinien der DGGG wird empfohlen, bei allen Schwangeren zwischen

der 35. und 37. SSW einen Abstrich aus der Scheide und dem Enddarm zu

machen, um eine Besiedlung mit "B-Streptokokken" nachzuweisen bzw. aus-

zuschließen. Bei Nachweis des Erregers wird dann unter der Geburt eine wiederholte

Antibiotika-Infusion empfohlen, die die kindliche Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit

verhindert.  Folgt man dieser Empfehlung, kann die Häufigkeit der kindlichen Infektion auf

ca. 0,5/1000 gesenkt werden. Da bei 20% der Frauen "B-Streptokokken" nach-

gewiesen werden können, müssen hierzu jedoch 200 von 1000 Frauen (jede 5.)

unter der Geburt mit Antibiotika behandelt werden.

 

Wer trägt die Kosten für die Untersuchung?

Da die Untersuchung auf "B-Streptokokken" nicht Bestandteil der gesetzlichen

Mutterschaftsrichtlinien ist, kann die Untersuchung nur als sogenannte IGELeistung

(Wunschleistung) angeboten werden. Weitere  Kosten- z.B bei einer evtl. Behandlung unter der Geburt- entstehen nicht.